Der PV-Ertrag gibt an, wie viel Strom Ihre PV-Anlage in einem Jahr erzeugt.
autarc berechnet ihn für jede Stunde des Jahres – abhängig von Standort, Wetter, Ausrichtung, Neigung und installierter Leistung der Module sowie der Verschattung durch Gelände und Objekte.
Diese Stundenwerte fließen direkt in die Systemsimulation ein und bestimmen dort Eigenverbrauch, Speicherladung und Einspeisung.
Die Berechnung mit PVGIS
Grundlage ist PVGIS, das Photovoltaik-Informationssystem der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission. Für die Koordinaten Ihres Projekts liefert PVGIS die Einstrahlung und die Temperatur für jede Stunde des Jahres.
autarc berechnet daraus so den Ertrag:
Module gruppieren: Alle Module mit gleicher Neigung und Ausrichtung werden zu einem Array zusammengefasst – z. B. die Ost- und die Westseite eines Satteldachs als zwei Arrays. Die Leistung eines Arrays ist die Summe der
Pmax (STC)seiner Module.Einstrahlung je Stunde: Für jedes Array ermittelt PVGIS, wie viel Sonnenlicht in jeder Stunde auf die geneigte Modulfläche trifft – getrennt nach direkter Strahlung und diffusem Licht.
Ertrag je Stunde: Aus Einstrahlung und Temperatur berechnet PVGIS den Ertrag kristalliner Siliziummodule. Warme Module liefern dabei weniger als kalte.
Systemverluste: Verluste für Wechselrichter, Kabel, Modulabweichungen und Verschmutzung werden abgezogen – standardmäßig 14 %. Den Wert passen Sie unter
Einstellungen>Produkte>PV-Planungan.Verschattung: Verschattung durch das Gelände (Horizont) berücksichtigt PVGIS automatisch. Verschattung durch Objekte in Ihrer Planung berechnet autarc zusätzlich (siehe unten).
Jahresertrag: Die Summe aller Stundenwerte ergibt den Monats- und den Jahresertrag, den Sie in der PV-Planung unter
Produktionsehen.
Als Wetterdaten verwendet PVGIS in Europa und Afrika Satellitendaten (SARAH-3), außerhalb dieses Gebiets globale Wetterdaten (ERA5). Alle Werte beziehen sich auf das Referenzjahr 2023.
Verschattung durch Objekte
Bäume, Schornsteine, Nachbargebäude und andere Objekte werfen im Laufe des Tages Schatten auf die Module. Damit autarc diese Verschattung berechnet:
Bilden Sie die Umgebung ab – auf eine oder mehrere dieser Arten:
Zeichnen Sie Objekte in der PV-Planung ein, z. B.
Baum,Schornstein,Zaun,FassadeoderCarport.Aktivieren Sie auf der 2D-Karte
3D-Gelände. Hügel, Nachbargebäude und Bäume aus den Geländedaten werfen dann ebenfalls Schatten.Planen Sie auf einem 3D-Modell (
Auf einem 3D-Modell planen), z. B. aus Drohnenaufnahmen. Alles, was im Modell enthalten ist, wird als Schattenwerfer berücksichtigt.
Aktivieren Sie unter
VerschattungdieVerschattungssimulation.Warten Sie, bis
Verschattung wird berechnet…abgeschlossen ist.
autarc berechnet dann für jeden Sonnenstand des Jahres, welcher Anteil jedes Moduls im Schatten liegt. Ein Schatten nimmt nur die direkte Strahlung weg – das diffuse Licht des Himmels erreicht das Modul weiterhin. Der Ertrag wird deshalb Stunde für Stunde um den verschatteten Anteil der direkten Strahlung reduziert.
In der Planung sehen Sie das Ergebnis direkt:
Modulverschattung: Jedes Modul ist nach seinem Anteil des Jahres im Schatten eingefärbt.Verschattungskarte: zeigt, welche Bereiche des Dachs wie stark verschattet sind.Verschattende Objekte: zeigt für jedes Objekt, wie viel Ertrag das Entfernen bringen würde (Entfernen würde bringen).
Den ausführlichen Verschattungsbericht mit den Verlusten je Array und je Objekt finden Sie in der technischen Dokumentation des Projekts.
Leistung, Ausrichtung und Neigung
Die installierte Leistung Ihrer Anlage ergibt sich aus den Modulen:
Höchstleistung der Anlage (kWp) =
Anzahl der Module × Modulleistung (Pmax (STC))
Ausrichtung und Neigung bestimmen, wie viel Sonnenlicht auf die Module trifft. In Deutschland liefert eine Südausrichtung mit etwa 30–35° Neigung den höchsten Jahresertrag. Ost- und Westdächer erzeugen über das Jahr etwas weniger, verteilen den Ertrag aber stärker auf Morgen und Abend – das kann den Eigenverbrauch erhöhen.
Typische Erträge in Deutschland im Vergleich zum Optimum (Süd, 40°, ca. 1.060 kWh/kWp pro Jahr):
Ausrichtung | Neigung | Ertrag |
Süd | 30° | 99 % |
Südost / Südwest | 30° | 94 % |
Ost / West | 30° | 81 % |
Flachdach | 0° | 84 % |
Nord | 30° | 58 % |
Südfassade | 90° | 71 % |
Die Werte sind PVGIS-Mittelwerte für einen Standort in Mitteldeutschland, ohne Verschattung durch Objekte. Für Ihr Projekt berechnet autarc den Ertrag genau für Ihren Standort.
PVGIS berechnet diesen Einfluss für jedes Array anhand des tatsächlichen Sonnenstands in jeder Stunde. Pauschale Korrekturfaktoren sind dafür nicht nötig.
Häufige Fragen
Warum weicht der Ertrag von anderen Tools ab?
Jedes Tool verwendet eigene Wetterdaten, Modulmodelle und Verlustannahmen. autarc nutzt die Stundenwerte von PVGIS mit Ihren Systemverlusten (standardmäßig 14 %) und der Verschattung Ihrer Planung. Abweichungen von einigen Prozent sind daher normal.
Auch das Wetter selbst schwankt: Dieselbe Anlage erzeugt je nach Jahr unterschiedlich viel Strom. In Mitteldeutschland lag der Ertrag einer nach Süden ausgerichteten Anlage zwischen 2014 und 2023 laut PVGIS zwischen etwa 960 und 1.160 kWh/kWp – also rund ±10 % um den Mittelwert. autarc rechnet mit dem Referenzjahr 2023, das nahe am langjährigen Durchschnitt liegt. Tools, die ein anderes Jahr oder einen Mehrjahresdurchschnitt verwenden, kommen daher zu leicht anderen Werten.
Ist die Verschattung immer enthalten?
Die Verschattung durch das Gelände ist immer enthalten. Die Verschattung durch Objekte nur, wenn die Verschattungssimulation aktiviert ist. Ist sie deaktiviert, rechnet autarc ohne Objektverschattung.
Wie wird eine Anlage berechnet, die ich über Kennwerte konfiguriere?
Wenn Sie eine Anlage nicht einzeichnen möchten – z. B. eine bestehende PV-Anlage im Reiter Bestand –, wählen Sie beim Anlegen der PV-Planung Über Kennwerte konfigurieren. Für jedes PV-Feld geben Sie Anlagengröße (kWp), Ausrichtung (Kompass °) und Neigung (°) an, bei Bedarf auch die Belegung Beidseitig (Ost-West) und Verschattungsverluste (%). Der Ertrag wird wie bei einer gezeichneten Planung Stunde für Stunde mit PVGIS berechnet. Die Verschattungsverluste (%) werden gleichmäßig von jedem Zeitschritt abgezogen. Das ausgewählte PV-Modul dient nur für Angebot und Präsentation und hat keinen Einfluss auf den Ertrag.
Was passiert, wenn PVGIS nicht erreichbar ist?
Dann schätzt autarc den Ertrag vorläufig vereinfacht: Leistung × spezifischer Ertrag am Standort (kWh/kWp) × Korrekturfaktor für Ausrichtung und Neigung. Der spezifische Ertrag stammt für Deutschland je Postleitzahlenbereich aus der PV-Ertragsstudie des Umwelt-Campus Birkenfeld (Wert „Gut“), die Korrekturfaktoren von Energie-Experten. Sobald PVGIS wieder erreichbar ist, berechnet autarc den Ertrag neu.
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