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Wirtschaftlichkeit

Wie autarc Kostendeckung, Gesamtinvestition und internen Zinsfuß in der Simulation berechnet und welche Einstellungen sie beeinflussen.

Verfasst von Simon Heuschkel

Die Wirtschaftlichkeit zeigt, ob und wann sich das geplante System rechnet: wie viel Sie investieren, wie viel Sie Jahr für Jahr gegenüber dem heutigen Zustand sparen und ab wann die Ersparnis die Investition deckt.

autarc vergleicht dafür die Energiekosten eines Szenarios mit denen des Bestands über einen Betrachtungszeitraum von standardmäßig 20 Jahren, den Sie in den Finanziellen Einstellungen ändern können. Im Reiter Bestand selbst gibt es deshalb keine Wirtschaftlichkeit.

So wird gerechnet

  1. Jährliche Ersparnis: Für jedes Jahr zieht autarc die Kosten des Szenarios von den Kosten des Bestands ab – Strombezug, Einspeisevergütung und fossile Brennstoffe. Wie diese Kosten entstehen, lesen Sie in Einsparungen & Rechnungen.

  2. Preissteigerung: Ab dem zweiten Jahr steigen die Stromkosten um die Jährliche Energiekostensteigerung, die Kosten für Gas oder Öl um die Jährliche Kostensteigerung für fossile Brennstoffe.

  3. Wiederkehrende Kosten: Kosten wie Wartung oder Versicherung im Szenario verringern die Ersparnis, Kosten im Bestand erhöhen sie.

  4. Kumulierte Position: autarc startet bei minus der Gesamtinvestition und addiert Jahr für Jahr die Ersparnis. Das Installationsjahr zählt dabei schon als erstes Jahr mit Ersparnis.

Sobald die kumulierte Position positiv wird, ist die Investition gedeckt und wird grün dargestellt.

Die Kennzahlen

  • Kostendeckung: nach wie vielen Jahren die Investition gedeckt ist, in Klammern das Kalenderjahr. Wird sie im Betrachtungszeitraum nicht gedeckt, rechnet autarc mit derselben Preissteigerung bis zu 50 Jahre weiter. Reicht auch das nicht, erscheint „-“.

  • Gesamtinvestition: der Preis des geplanten Systems nach Förderung. Darunter steht der LCOE (Levelized Cost of Electricity) – die Stromgestehungskosten der PV-Anlage, also was eine selbst erzeugte Kilowattstunde über den Betrachtungszeitraum kostet.

  • Interner Zinsfuß (IZF / IRR): die jährliche Verzinsung Ihrer Investition – der Zinssatz, zu dem die Ersparnisse die Investition zurückzahlen. So lässt sich die Anlage direkt mit einem Kreditzins oder einer Geldanlage vergleichen. In Klammern steht der Überschuss am Ende des Betrachtungszeitraums. Wird nichts investiert oder deckt die Ersparnis die Investition nie, erscheint „-“.

Vergleichen Sie ein Szenario über Vergleichen mit: mit einem anderen, zeigt jede Kennzahl zusätzlich die Abweichung.

Diagramm und Tabelle

Neben der Überschrift Rentabilität wechseln Sie zwischen zwei Ansichten:

  • Balken: zeigt die kumulierte Position für jedes Jahr des Betrachtungszeitraums. Negative Balken bedeuten, dass die Investition noch nicht gedeckt ist.

  • Tabelle: zeigt dieselben Jahre mit allen Werten: Investition, Cashflow (mit Solar), Cashflow (ohne Solar), Nettoersparnis, Kumuliert sowie die bis dahin aufgelaufene Energiekostensteigerung und Steigerung fossile Brennstoffe.

Einstellungen, die die Wirtschaftlichkeit beeinflussen

Eingeschaltete Komponenten

Welche Komponenten im Bestand und im Szenario eingeschaltet sind, bestimmt Verbrauch und Erzeugung und damit den Kostenvergleich: Eine ausgeschaltete Wärmepumpe oder Wallbox verbraucht in der Simulation keinen Strom.

Ob sich auch der Preis ändert, hängt von der Preisquelle ab: Mit Aus Systemdesign zählen nur eingeschaltete Komponenten zur Gesamtinvestition. Mit Pauschalpreis gilt Ihr fester Preis, mit Aus Angebot der Gesamtbetrag des Angebots – jeweils unabhängig davon, welche Komponenten eingeschaltet sind.

Achten Sie darauf, dass Bestand und Szenario vergleichbar sind: Ein Bedarf, den ein Reiter versorgt, sollte auch im anderen abgebildet sein. Typische Fälle:

  • Heizung: Plant das Szenario eine Wärmepumpe, muss im Bestand das heutige Heizsystem eingeschaltet sein, z. B. die Gas- oder Ölheizung – und umgekehrt. Sonst fehlt auf einer Seite der Wärmebedarf.

  • Mobilität: Plant das Szenario eine Wallbox für ein E-Auto, das einen Verbrenner ersetzt, braucht der Bestand die Kosten des bisherigen Autos. Diese legen Sie in der Wallbox-Planung fest.

  • Haushalt: Der Haushalt muss in beiden Reitern eingeschaltet sein. Einen anderen Verbrauch im Szenario können Sie bewusst modellieren, z. B. wenn ein weiteres Familienmitglied einzieht – die Ersparnis enthält dann auch diese Änderung.

Gibt es eine Komponente nur im Bestandund wird sie durch nichts ersetzt – oder durch das, was im Szenario geplant ist. Gibt es eine Komponente nur im Szenario, gilt sie als neu.

Preisquelle

Den Preis des geplanten Systems legen Sie rechts unten im Bereich System unter Preisquelle fest:

  • Aus Systemdesign: autarc bepreist jede Komponente einzeln.
    Für jede Komponente legen Sie eigene Preisquellen fest: nach den Preisregeln Ihrer Angebotsvorlagen, nach Pauschalpreis oder aus einem spezellen Angebot. So können Sie z. B. die PV-Anlage nach den Regeln und die Wallbox als Pauschalpreis rechnen.

  • Pauschalpreis: Sie tragen einen festen Preis ein.

  • Aus Angebot: autarc übernimmt den Gesamtbetrag eines bestehenden Angebots. Die Förderung des Angebots wird abgezogen.

Darunter sehen Sie Systempreis, Förderung und den Gesamt-Preis, der als Gesamtinvestition in die Wirtschaftlichkeit eingeht.

Finanzielle Einstellungen

Rechts im Bereich Einstellungen legen Sie unter Finanzielle Einstellungen fest, über wie viele Jahre gerechnet wird und wie stark die Preise jedes Jahr steigen:

  • Betrachtungszeitraum (Jahre): Standard 20 Jahre.

  • Jährliche Energiekostensteigerung (%): Standard 3 %.

  • Jährliche Kostensteigerung für fossile Brennstoffe (%): Standard 5 %.

Wiederkehrende Kosten

Unter Wiederkehrende Kosten fügen Sie mit Kosten hinzufügen laufende Kosten hinzu, z. B. Wartung, Versicherung oder einen späteren Wechselrichtertausch:

  • Betrag / Jahr (€): der jährliche Betrag.

  • Laufzeit (Jahre): wie viele Jahre ab Installation die Kosten anfallen.

Die Kosten gelten für den Reiter, in dem Sie sie hinzufügen. Kosten im Bestand – z. B. die Wartung der alten Ölheizung – erhöhen die Ersparnis, Kosten in einem Szenario verringern sie. Ein neues Szenario übernimmt die Kosten aus dem Bestand; danach können Sie sie dort unabhängig ändern, löschen oder ergänzen.

Formeln

Jährliche Ersparnis = Kosten Bestand − Kosten Szenario ± wiederkehrende Kosten

Kumulierte Position = − Gesamtinvestition + Summe der jährlichen Ersparnisse

Interner Zinsfuß (IRR): − Gesamtinvestition + Σ Ersparnis Jahr n / (1 + IZF)^n = 0

LCOE = Kosten PV-Anlage und Speicher / (PV-Ertrag pro Jahr × Betrachtungszeitraum)

Häufige Fragen

Warum steht bei der Kostendeckung „-“?

Die Ersparnis deckt die Investition auch nach 50 Jahren nicht, oder das Szenario spart gar nichts gegenüber dem Bestand. Prüfen Sie die Preisquelle, die Tarife und ob in beiden Reitern dieselben Verbraucher eingeschaltet sind.

Warum ist mein interner Zinsfuß niedrig?

Häufige Ursachen:

  • Ungleicher Vergleich: Ein Verbraucher ist nur im Szenario eingeschaltet, z. B. eine neue Wärmepumpe ohne die alte Heizung im Bestand. Dann erscheint nur der zusätzliche Stromverbrauch, nicht die eingesparten Brennstoffkosten.

  • Hoher Preis: Prüfen Sie die Preisquelle – ein Angebot kann Positionen enthalten, die nichts zur Ersparnis beitragen.

  • Niedrige Eigenverbrauchsquote: Viel Solarstrom wird eingespeist, und die Einspeisevergütung ist meist deutlich niedriger als der Strompreis. Ein Speicher oder mehr Verbrauch am Tag kann helfen. Mehr dazu in Was ist die Eigenverbrauchsquote?

  • Niedrige Strompreise: Ein günstiger Stromtarif oder eine niedrige Jährliche Energiekostensteigerung verringern die Ersparnis.

  • Wiederkehrende Kosten im Szenario: Wartung oder Versicherung des neuen Systems verringern die Ersparnis jedes Jahr.

Warum wirkt die Wirtschaftlichkeit zu gut?

Meist ist im Bestand etwas eingeschaltet, das im Szenario fehlt – z. B. die alte Heizung, obwohl das Szenario keine neue Heizung enthält. Dann spart das Szenario Kosten, die in Wirklichkeit weiter anfallen. Prüfen Sie auch, ob die Wiederkehrende Kosten im Bestand und die Preissteigerung realistisch sind.

Warum ändert sich die Wirtschaftlichkeit, wenn ich einen Speicher hinzufüge?

Ein Speicher erhöht die Gesamtinvestition, aber meist auch die Ersparnis, weil mehr Solarstrom selbst genutzt statt eingespeist wird. Der interne Zinsfuß zeigt, welcher Effekt überwiegt. Vergleichen Sie dazu zwei Szenarien mit und ohne Speicher über Vergleichen mit:.

Warum sehe ich im Reiter Bestand keine Wirtschaftlichkeit?

Die Wirtschaftlichkeit vergleicht immer ein geplantes System mit dem heutigen Zustand. Im Bestand gibt es nichts zu vergleichen – dort sehen Sie unter Aktuelle Kosten nur die heutigen Kosten.

Werden Förderungen berücksichtigt?

Ja, wenn der Preis aus einem Angebot kommt: Dann wird dessen Förderung vom Systempreis abgezogen und verringert die Gesamtinvestition.

Werden Alterung der Module oder ein Wechselrichtertausch berücksichtigt?

Der PV-Ertrag ist in jedem Jahr des Betrachtungszeitraums gleich. Einen Wechselrichtertausch oder andere spätere Kosten können Sie als Wiederkehrende Kosten eintragen.

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